Praxis der ernährung bei AIDS


asymptomatischen HIV-Infizierten eine ausgewogene Ernährung nach den Richtlinien der DGE. Auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin A, C und E sowie Selen ist besonders zu achten. Körperliche Bewegung mit dem Ziel, den Anteil fettfreier Köpermasse zu erhalten oder zu erhöhen, ist ratsam.
zur Prävention von Mangelernährungszuständen eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung nach den 10 Regeln der DGE oder nach der 5er Regel. Meistens besteht einer erhöhter Bedarf an Vitamin C, E Selen und Zink, der anfänglich durch handelsübliche Multivitaminpräparate abgedeckt werden kann. Auch die Gabe von B-Vitaminen kann die Prognose verbessern. Dies gilt auch für Zink und Vitamin A, die allerdings in hoher Dosierung immunsuppressiv wirken und daher nur vorsichtig verabreicht werden sollten (statt Vitamin A besser ß-Carotin verwenden.
bei vorliegender Mangelernährung die Ursachen zu ermitteln. Zunächst ist eine hyperkalorische Ernährung zur Bekämpfung des Untergewichts zu empfehlen. Zur Erhöhung des Energiegehaltes der Nahrung ist eine Anreicherung von Speisen mit Maltodextrin, Zucker, Honig oder Sahne sinnvoll, ebenso wie die reichliche Verwendung von Butter und Öl. Auch kalorienreiche Zwischenmahlzeiten können die Energiezufuhr erhöhen (z. B. Schokolade, Kuchen, Nüsse).
zur Prävention von Sekundärinfektionen alle Speisen, die aus rohen oder halbrohen tierischen Lebensmitteln hergestellt wurden , strikt zu meiden. Dies umfasst Lebensmittel, die rohe Eier enthalten (z. B. hausgemachte Mayonnaise, Tiramisu, Mousse au chocolat), rohe Milchprodukte (z. B. Rohmilchkäse, Vorzugsmilch), ungegartes Fleisch oder Meeresfrüchte aber auch kurz gebratenes Fleisch und Fisch. Eine hygienische Zubereitung der Speisen ist besonders wichtig. Längeres Warmhalten von Speisen ist zu vermeiden. Das Abkochen des Trinkwassers wird bei einer T-Helferzellzahl <100 notwendig.
bei Durchfällen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten (Mineralstoffverluste beachten!).
bei Kau- und Schluckbeschwerden weiche und pürierte Lebensmittel zu bevorzugen. Da Milch die Schleimbildung fördert, ist ihr Verzehr zu vermeiden; ebenso bei Mundtrockenheit. Pfefferminz- und Kamillentee werden häufig als lindernd empfunden.
bei Appetitmangel viele kleine Mahlzeiten, appetitlich angerichtet, anzubieten (mit Kräutern und Gewürzen).
Kontrolle des Ernährungszustandes durch Erfassung des Körpergewichtes durch Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA).
bei Lipodystrophie eine Umstellung der Ernährung, ähnlich wie bei einer Fettstoffwechselstörung, jedoch ohne Kalorienbeschränkung. Auch erhöhte körperliche Aktivität wirkt sich positiv aus. Eine ausreichende Zufuhr von Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin E, ß-Carotin und Selen) verbessert die antioxidative Kapazität. Sie sind bei HIV-Infizierten regelmäßig erniedrigt. Die tägliche Zufuhr flavonoidreicher Säfte (Apfel-, Birnen-, schwarzer Johannisbeer- und roter Grapefruitsaft) kann ebenfalls zu einer Verbesserung des antioxidativen Staus führen.
Eine Ernährungsberatung ist zu empfehlen!


In Anlehnung an den Beratungsstanddard der DGE


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