Allergie und Neurodermitis

Eine Allergie ist eine krankhafte Immunreaktion auf einen harmlosen Stoff. Neurodermitiker haben die Neigung allergisch zu reagieren. Die Meidung (Karenz) bzw. der Schutz vor problematischen Allergenen ist beim Neurodermitis-Patienten in der Regel hilfreich. Die Identifizierung der problematischen Allergene ist aber schwierig und selbst mit Hilfe des Patienten und der geeigneten Diagnostik nicht immer erfolgreich. Erfahrungsgemäß sind beim Säugling und Kleinkind eher Nahrungsmittel die kritischen Stoffe, wie z. B. Kuhmilch, Soja, Ei, Weizen und Erdnuss. Während im Jugendlichen- und Erwachsenenalter das Obst und Gemüse sowie die Aeroallergene (Hausstaubmilben, Gräser- und Baumpollen,...etc.) eine Rolle spielen können. Bei der Karenz von Nahrungsmitteln sollte besonders eine ausreichende Nährstoffzufuhr und die Wahl einer geeigneten, allergenärmeren Alternative beachtet werden. Beispielsweise verträgt ein Weizenallergiker häufig besser die Hirse. Hirsewaffeln treten dann an die Stelle des üblichen Weizenbrotes. Mit dem Vorteil einer ca. 5-fach höheren Eisenzufuhr. Die Bettsanierung ist sicherlich eines der wichtigsten Maßnahmen um auch prophylaktisch die Ausprägung einer Hausstaubmilbenallergie einzugrenzen. Eine milbendichte Matratzenumhüllung (Cover) sollte somit rechtzeitig angeschafft werden. Das Cover sollte möglichst bei 90°C waschbar sein, eine hohe Milbendichtigkeit haben und eine gute Wasserdampfdurchlässigkeit, um die Gefahr der Schimmelpilzbildung zu reduzieren. Eine gut durchgeführte Bettsanierung kann häufig auch dem Neurodermitiker Linderung verschaffen.

Empfehlungen aus der nutriologischen Medizin

Wichtig: Es gibt teilweise deutliche Unterschiede zu den Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Bitte beachten Sie den Link auf unserer Startseite. Auch dienen diese Empfehlungen nicht als Aufforderung zur Umsetzung. Grundsätzlich sollen Ernährungsumstellungen sowie die Einnahme von orthomolekularen Substanzen mit Ihrem Hausarzt abgesprochen werden!Substitution bei Neurodermitis1. Substitution von 10-20 mg Zink pro Tag erscheint sinnvoll
2. Vitamin E 400-100 I.E./d
3. Vitamin C 500-1000 mg/d
4. kurzzeitig 25-50 mg/d, D-Panthenol 100-200
5. Omega-3-Fettsäuren EPA plus DHA 2-4 g/d Omega-6-Fettsäuren mit 320-480 mg g-Linolensäure/d
6. Calcium (auch in Verbindung mit Vit. D2) Eine Supplementierung kann atopische allergische Reaktionen vermindern. (Experimentell mit Doppelblind-Crossover-Untersuchung bewiesen)


Empfehlungen der DGE bei Neurodermitis

Die DGE rät bei Neurodermitis zur individuell abgestimmten Ernährung nach den 10 Regeln der DGE. Diese Empfehlungen sind zwar schon 5 Jahre alt, unseres Erachtens aber immer noch aktuell und passend. Der folgende Text ist ein Zitat (www.dge.de).
60 Prozent der neurodermitiskranken Säuglinge und Kleinkinder sind gegen Lebensmittel (z. B. Ei, Milch, Erdnüsse, Soja, Weizen) überempfindlich. Bei einem Teil der Patienten schwächen sich die Krankheitssymptome ab, wenn die auslösenden Lebensmittel weggelassen werden. Nach Meinung der DGE sind pauschale Diäten der falsche Weg. Auf Dauer können sie zu Nährstoffmangel führen. Prof. Kasper meint: Die Ernährung bei Neurodermitis ist Teil der Therapie. Sie muß ausgewogen, vollwertig, individuell gestaltet und auf Unverträglichkeiten abgestimmt sein." Dabei hilft die Ernährungsberatung.
Mit einer Suchdiät kann festgestellt werden, gegenüber welchen Lebensmitteln oder Lebensmittelinhaltsstoffen der Neurodermitiker empfindlich reagiert. Bei der Suchdiät wird unter Betreuung eines Arztes oder einer Ernährungsberaterin zunächst über 3-4 Wochen mit einer allergenarmen Ernährung geprüft, ob die Hauterscheinungen verschwinden. Danach wird im Abstand von 4 bis 6 Tagen jeweils ein Lebensmittel eingeführt, entsprechende Hautkontrollen lassen die Lebensmittel erkennen, die eine Überempfindlichkeit auslösen.Prof. Kasper rät: Nur wenn eindeutig eine Überempfindlichkeit festgestellt wurde, sollte das Lebensmittel aus dem Speiseplan verschwinden. Werden die unverträglichen Lebensmittel ausgelassen, ist eine gesunde ausgewogene und vollwertige Ernährung nach den 10 Regel der DGE die beste Ernährung bei Neurodermitis".


Tips der DGE für den Alltag

Nicht jeder Neurodermitiker hat eine Lebensmittelunverträglichkeit. Testen Sie immer unter ärztlicher Aufsicht aus, ob eine Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie vorliegt, bevor Sie Ihren Speiseplan einschränken.
Pauschaldiäten helfen nicht. Achten Sie auf eine ausgewogene und vollwertige Ernährung, die alle Nährstoffe in ausreichender Menge enthält. Eine wissenschaftlich fundierte Ernährungsberatung hilft dabei.
Essen Sie täglich Milch und Milchprodukte, wenn Sie diese vertragen. Sie enthalten reichlich Calcium und B-Vitamine.
Wenn Sie Milch- und Milchprodukte nicht vertragen, essen Sie bevorzugt Gemüse, die reich an Calcium und Vitamin B2 sind (z.B. Grünkohl, Brokkoli, Spinat).
Essen Sie ein- bis zweimal pro Woche jodreichen Seefisch (z.B. Seelachs, Scholle, Kabeljau).
Essen Sie täglich Vollkornprodukte, wenn Sie diese vertragen.
Obst, Gemüse und Kartoffeln sind vitamin-, mineralstoff- und ballaststoffreich. Essen Sie täglich von den Obst- und Gemüsesorten, die Sie vertragen.
Durch kurzes Kochen (2-4 Minuten) führen viele Obst- und Gemüsesorten weniger zu Unverträglichkeitsreaktionen.
Essen Sie wenig Fett und fettreiche Lebensmittel und verwenden Sie Streichfett und Pflanzenöle, die reichlich ungesättigte Fettsäuren enthalten (z.B. Sonnenblumenöl, Sojaöl).
Wenn Sie Fisch und Fleisch vertragen, essen Sie 1-2 mal in der Woche Fisch. 2-3 Portionen Fleisch pro Woche reichen für eine vollwertige Ernährung aus.
Kombinationen aus Getreide und Hülsenfrüchten (z.B. Linseneintopf mit Brot oder Nudeln) oder Kar-toffeln und Ei sind gute Eiweißquellen.
Für Säuglinge in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ist Muttermilch die beste Ernährung. Stillen Sie Ihren Säugling möglichst bis zum Ende des 6. Lebensmonates voll. Danach Beikost einführen.
Achten Sie beim Einkauf auf die Zutatenliste. Meiden Sie Lebensmittel, deren Zusammensetzung Sie nicht genau kennen.

Quelle

J. Dieckmännken - Oktober 2002


4. Abkürzungen3. Literatur2. Impressum1. Disclaimer