Praxis der Ernährung bei Osteoporose

eine calciumreiche Ernährung mit 1200-1500 mg pro Tag auf Basis einer vollwertigen Mischkost.
bei älteren Menschen eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr sicher zu stellen. Durch den Verzehr von 1-2 Fischmahlzeiten pro Woche ist dies möglich. Achten Sie jedoch auf den Schadstoffgehalt. Eine Vitamin D-Substitution ist nur auf ärztliche Verordnung vorzunehmen.
ausreichende Bewegung, möglichst im Freien.
eine bedarfsgerechte Energie- und Proteinzufuhr.
ein normales Körpergewicht ist anzustreben.
calciumreiches Gemüse und calciumreiche Getränke sind zu bevorzugen. Auf Anfrage erhalten Sie bei uns entsprechende Informationen
kontrollierte Studien konnten bestätigen, dass größere Mengen Phosphor/Phosphat den Knochenstoffwechsel nicht ungünstig beeinflussen. Die Einhaltung eines bestimmten Calcium: Phosphor-Verhältnisses ist nicht notwendig. Allerdings ist dies nicht eine Aufforderung haufenweise Phosphatstangen ("Bratwurst") in sich hineinzuschaufeln.
oxalsäurereiche Lebensmittel (Rhabarber, Spinat, Rote Beete) nur in eingeschränktem Umfang zu verzehren.
calciumzufuhr auf mehrere Mahlzeiten verteilen.
Kochsalz erhöht dosisabhängig die Calciumausscheidung über die Nieren, auf eine angemessene Zufuhr ist zu achten (5-6 g pro Tag).
Eine Ernährungsberatung ist prophylaktisch sinnvoll, in der akuten Phase ist es häufig zu spät.


Quelle

In Anlehnung an den Empfehlungen der DGE - Oktober 2002







Ernährung und allgemeine Tipps

Ernährung
Gesunde Ernährung ist das A und O, nicht nur bei Osteoporose. Egal ob als Prävention oder als Teil der Behandlung. Hier kann der Patient entscheidend zum Erfolg einer Behandlung beitragen.

KALZIUM: Feind Nr.1 der Osteoporose.
Kalziumreiche Lebensmittel stärken die Knochen, aber nicht automatisch. Es kommt auf die Verbindung an! Mit Oxalsäure z.B. geht Kalzium eine Verbindung ein, die vom Körper nicht aufgeschlüsselt werden kann.
Wichtig sind alle MILCH- und SAUERMILCHPRODUKTE. Die darin reichlich enthaltene Laktose (zu deutsch: Milchzucker) unterstützt die Kalziumverwertung im Darm. Dabei liefern magere Käsesorten mehr Kalzium als fette. Hart- und Schnittkäse sind wahre "Kalziumbomben". Auch Sesam (100g enthalten 780mg!), Grünkohl, Brokkoli, Lauch , Fenchel und spezielle Mineralwasser sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.(Grafik (2) Osteoporose Patientenratgeber des Kuratorium Knochengesundheit, o.O.,o.J., S.45). Bei einer MILCHEIWEIßALLERGIE bietet Soja nur bedingt einen ausreichenden Ersatz. 1/8l Sojamilch enthält lediglich 26mg Kalzium (in 1/8l Kuhmilch stecken 150mg). Mehr Kalzium enthält Sojamehl (195mg/100g) und Sojabohne (260mg/100g).
Bei MILCHZUCKERALLERGIE (Laktoseintoleranz) kann man ausweichen auf Hart-, Schnitt und Weichkäse, bei deren Produktion Milchzucker mikrobiell abgebaut wird.
Spinat, rote Beete, Rhabarber, Mangold, Nüsse, Kakao und Schokolade enthalten Oxalsäure, die die Kalziumverwertung im Darm vermindert, bei Spinat z.B. um 92%. Auf oxalsäurehaltige Lebensmittel sollte verzichtet werden.
Den Kalziumhaushalt stören auch Schwarztee, Kaffee, Cola, Nikotin, Alkohol und Zucker. Selbst liefern sie kein Kalzium, sorgen aber dafür das dieses vermehrt über die Nieren ausgeschieden wird. Hier gilt die Regel "Weniger ist oft mehr". Daher: maximal drei Tassen Kaffee pro Tag!
Wahre Kalziumräuber sind phosphalthaltige Lebensmittel (Käse mit Schmelzsalzen, Wurst, Fleisch und Schokolade). Tauschen Sie diese Lebens - und Genussmittel auf Ihrem Einkaufszettel öfters gegen kalziumreiche Produkte (Milch, Joghurt, ...) aus. Wie wäre es z.B. einmal mit einem Käse- anstelle eines Schinkenbrotes?

Ballaststoffe - Vollkorn
Auch wenn Ballaststoffe und die im Vollkorn enthaltene Phytinsäure Kalzium und andere Mineralstoffe binden, darf darauf keinesfalls verzichtet werden. Diese tritt zudem vor allem in "isolierten Ballaststoffen", wie Weizenkleie, auf. Vollkornprodukte sind wichtige Mineralstofflieferanten. Sie enthalten mehr verwertbares Kalzium als Weißmehlprodukte. (Achten Sie beim Mehlkauf auf die Typenzahl! Je höher die Zahl, desto höher der Mineralstoffgehalt.)

Vitamin D
Vitamin D kurbelt die Kalziumverwertung an. Vitamin-D-reiche Nahrungsmittel sind fette Seefische (z.B. Makrele und Hering) und Avocado. Viel Bewegung an der frischen Luft hilft dem Körper selbst Vitamin D zu erzeugen.
Zwei feine Gerichte lassen sich mit den folgenden Rezepten zaubern. Probieren Sie sie doch mal aus!

Brokkoli in Käse-Sesam Soße
200g Brokkoli in Wasser weich garen.
1 kleine Zwiebel klein schneiden und in wenig Fett andünsten. Mit dem Kochwasser ablöschen. Anschließend
1 EL Rahmfrischkäse darin auflösen
1 EL Sesam rösten und kurz vor dem Servieren über den Brokkoli streuen. Die Soße wird extra gereicht.

Dazu passen Salzkartoffeln

Pilzrisotto mit Salat
1 kleine Zwiebel und
1 Knoblauchzehe klein hacken.
100g Champignon in Scheiben schneiden und alles in
1 TL Pflanzenöl andünsten. zugeben
40g Reis und mit andünsten. Mit
Gemüsebrühe ablöschen und 20 Minuten garen. Immer wieder umrühren! und
20g Parmesan untermischen
1TL Butter untermischen

Dazu passt Endiviensalat mit Zitronenjoghurtmarinade.

Tipps für den Alltag Viel Bewegung an der frischen Luft ( Spaziergänge, Schwimmen, Radeln, Osteoporose-Gymnastik) kurbelt den Kreislauf an, sorgt für gute Laune und unterstützt die Vitamin D - Produktion. Achten Sie auf eine gute Haltung. Muskelverspannungen schwächen die Knochen. Bequeme, feste Schuhe sorgen für Halt und verhindern Stürze. Entfernen Sie Stolperstellen im Haushalt, z.B. durch Anti-Rutschmatten unter den Teppichen und in der Badewanne.
Es gibt viel Literatur zum Thema Osteoporose. Folgende Bücher und Broschüren sind z.B. bei Opfermann Arzneimittel, Robert Kochstr. 2, 5276 Wiehl erschienen: Aufrecht ins Alter klärt knapp und anschaulich über Ursachen, Untersuchungsmethoden, Behandlungsmöglichkeiten & Co auf. Calzium von Apfel bis Zwiebel bietet eine übersichtliche Tabelle, die den Kalziumgehalt vieler Lebensmittel angibt. Der Osteoporose-Risikotest hilft das persönliche Risiko an Osteoporose zu erkranken einzuschätzen. Angefordert werden können auch Karten mit Kochrezepte aus kalziumreichen Lebensmitteln.

Quelle

(c) Journal Med


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