Säuglingsernährung für Säuglinge ohne Atopie

Stillen Sie Ihren Säugling mindestens 6 Monate
Die wöchentliche Gewichtszunahme sollte im ersten Halbjahr etwa 150-200g und im zweiten Halbjahr etwa 100g betragen.
Schreit der Säugling schon sehr bald nach dem Stillen, obwohl er gut aufgestoßen hat, und ist die Gewichtszunahme unbefriedigend, so sollte eine Stillprobe über möglichst alle Mahlzeiten vorgenommen werden. Dabei wird der Säugling mit der gleichen Wäsche vor und nach jeder Brustmahlzeit gewogen. Die Differenz dieser beiden Werte ist die Menge der getrunkenen Muttermilch. Besprechen Sie das Ergebnis mit Ihrem Kinderarzt.
Nur wenn häufiges Anlegen wirklich nicht mehr zur Sättigung führt, sollte eine Zwiemilchernährung eingeführt werden.
Bis zum 5. Monat sollte soweit möglich ausschließlich Muttermilch , sonst eine adaptierte oder teiladaptierte Säuglingsnahrung gefüttert werden.
Als erster Brei (5-6. Monat) eignet sich besonders ein Gemüse-Kartoffel-Brei. Am besten ist es, Fertigprodukte für Säuglinge zu verwenden, da diese kontrolliert niedrige Nitratgehalte haben. Dem Brei (z. B. Pastinake/Kartoffel/Öl) wird allmählich steigend bis zu sechsmal wöchentlich mageres, gekochtes und püriertes Fleisch (zunächst je 20g, im 2. Lebensjahr bis zu 35 g) zugesetzt. Am Ende des 5. Lebensmonats sollte eine Milchmahlzeit durch einen vollen Gemüse-Kartoffel-Brei (150-200g) mit Fleisch ersetzt sein.
Obst wird anfangs in pürierter Form (Mus) gegeben. Zuckerzusätze sind überflüssig (Äpfel, Birnen, Bananen, später auch Frischobst der Saison)
Im Laufe des 6. Lebensmonats wird eine Milchmahlzeit durch 200-250g Vollmilch-Getreide-‚Brei (z.B. mit Haferflocken oder anderen Vollkornprodukten für Säuglinge) ersetzt. Dem Milchbrei werden 3-4 Esslöffel Vitamin C-reicher Obstsaft für Säuglinge zugefügt. Haferflocken werden in Milch eingestreut und aufgekocht. Bei Verwendung von Instant- bzw. Schmelzflocken genügt es, diese in warme Milch einzurühren. Nach Abkühlen des Breis wird der Obstsaft zugefügt. Die Einführung von Milch (und Ei) sollte bei Kindern mit Atopierisiko individuell in der Beratungssituation entschieden werden!
Fertigmilchbreie müssen den Aufdruck "Vollmilch" oder "ab dem 6. Monat" tragen. Fertigmilchbreie, die Jodzusätze enthalten, sollten bevorzugt werden.
Als dritter Brei wird im 2. Lebensjahr ein milchfreier Getreide-Obst-Brei von ca. 200-250g eingeführt. Dieser Brei ersetzt eine weiter Milchmahlzeit.
Als vierte Mahlzeit im 2. Lebensjahr sollte weiterhin Milch gegeben werden. Je nach Gedeihen kann nach Rücksprache mit dem Kinderarzt Muttermilch gegeben werden oder (teil)adaptierte Säuglingsmilchnahrung oder Folgemilch. Am Ende des ersten Lebensjahres kann Vollmilch aus der Tasse getrunken werden und dazu Brot gegessen werden.




1. bis 4. Monat: Muttermilch oder Säuglingsmilch
5. Monat: Einführung des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis
6. Monat: Einführung des Vollmilch-Getreide-Breis
7. Monat: Einführung des Getreide-Obst-Breis
ab dem 10. Monat: Einführung der Familienkost
Als vorbeugende Maßnahme verschiebt sich der Beginn der Beikosteinführung um jeweils 2 Monate nach hinten. s. auch hier


Quelle

Beratungsstanddard der DGE (1/2002) und Empfehlungen des Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund


4. Abkürzungen3. Literatur2. Impressum1. Disclaimer