Ernährung in der Schwangerschaft

Wichtig: Es gibt teilweise deutliche Unterschiede zu den Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Bitte beachten Sie den Link auf unserer Startseite. Auch dienen diese Empfehlungen nicht als Aufforderung zur Umsetzung. Grundsätzlich sollen Ernährungsumstellungen sowie die Einnahme von orthomolekularen Substanzen mit Ihrem Hausarzt abgesprochen werden!


Praxis der Ernährung in der Schwangerschaft

1. Der Hauptanteil der Energie ist vorwiegend durch hochmolekular Kohlenhydrate zu decken (Vollkornbrott,..etc.). Ihr Ballaststoffgehalt hilft, Obstipation und Hypoglykämie (Unterzuckerung) zu verhindern.
2. Als Proteinzulage eignen sich bestens Milch und Milcherzeugnisse wie Joghurt, Quark, Käse sowie Seefisch und Vollkornproduktes.
3. Wichtig ist die Fettauswahl, damit der Bedarf an essentiellen Fettsäuren sichergestellt ist. Möglichst wenig gesättigte Fettsäuren, dafür mehr einfach ungesättigte Fettsäuren (Oliven-, Rapsöl,...), mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Sonnenblumenöl,...) sowie Omega-3-Fettsäuren (Makrele, Lachs, Rapsöl,...)
4. Schwangere brauche mehr Vitamine und Mineralstoffe, insbesondere Folsäure, Eisen und Jod. In Absprache mit dem Arzt kann eine Supplementation notwendig werden. Für Folsäure und Eisen wird sie von den Fachgesellschaften routinemäßig empfohlen.
Trotz der Einnahme von Folsäurepräparaten ist eine folsäurereiche Kost wichtig. Auch sollten eisenreiche Nahrungsmittel verzehrt werden, sowie auf Promotor (Förderer) der Eisenaufnahme geachtet werden . Ungünstig wirken sich Kaffee, Schwarzer Tee, Milch- und Sojaprodukte, Hülsenfrüchte und Calciumsalze aus.
Eine Jodsupplementierung ist zu überdenken. Durch den reichlichen Verzehr von bestimmten Kohl- und Krautarten sowie Bambussprossen wird das Jodangebot zusätzlich negativ beeinflusst.
5. Eine Einschränkung des Kochsalzkonsums ist nicht erforderlich, auch nicht bei Ödemen oder Schwangerschaftsgestose. Nachgewiesene Nebenwirkungen einer salzarmen Ernährung können sogar potentiell negative Folgen haben. Dieses ist aber keine Aufforderung einer übermäßigen Zufuhr.
6. Alkoholverzicht ist in der Schwangerschaft absolut erforderlich. Bei Kaffee und Schwarzem Tee gelten 2-3 Tassen pro Tag als Orientierung; nicht als Empfehlung. Bei hohem Atopierisiko empfehlen wir einen generellen Verzicht.
7. Um eine mögliche Infektion durch EHEC-, Listeriose- und Toxoplasmosebakterien zu vermeiden, gilt: Fleisch-, Geflügel- und Fischgericht vollständig durchgaren. Kein Verzehr von rohem Fleisch Rohmilch (Vorzugsmilch) abkochen Auf Genuss von Rohmilchkäse verzichten Hygienische Zubereitung der Speisen aller Art 8. Leber, egal welcher Tierart, ist zu meiden, um Missbildungen vorzubeugen.
9. Als unbedenkliche Fischarten bzgl. ihres Quecksilbergehaltes gelten z. B. Lachs, Scholle, Sprotte, Sardine, Kabeljau, Hering, Alaska Seelachs,...etc.
10. Häufige und kleine Mahlzeiten sind zu empfehlen. Blähende Gerichte belasten in den letzten Schwangerschaftsmonaten
11. Allergieprophylaxe für das Kind ist in der Schwangerschaft durch eine allergenarme Ernährung in den meisten fällen nicht sinnvoll.
12. Eine zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Exkurs: Allergische Diathese der Schwangeren aus nutriologischer Sicht

Die Disposition für Allergie, Asthma und atopisches Ekzem ist genetisch bedingt. Die allergische Disposition der Mutter scheint sich aber auf das Kind stärker auszuwirken als die des Vaters. Die allergische Schwangere hat eine verstärkte TH2-Antwort und eine vielfach erhöhte Produktion von IL-4, so dass die Gegensteuerung des fetalen Immunsystems mit gamma-Interferon gegen die überwiegende IL-4-Wirkung häufig nicht ausreicht, so dass zusätzlich eine allergische Prägung des Feten resultiert. Durch Substitution von gamma-Linolensäure kann man möglicherweise diesem Risiko entgegenwirken.

Dosierungsvorschlag: gamma-Linolensäure 320-480 mg/d (s. Empfehlungen unten)
Gerne erteilen wir auch Auskünfte über die Praxis der Ernährung in der Stillzeit (Tel.: 02552/791422). Unsere Beratungsleistung können Sie mit Ihrer Krankenkasse abrechnen.

Quelle

J. Dieckmännken in Anlehnung an den Empfehlungen der DGE aus Oktober 2002


4. Abkürzungen3. Literatur2. Impressum1. Disclaimer