Die Experten der groß angelegten Zukunftsstudie Women`s Health Study (1) sind sich einig, dass kein Zusammenhang zwischen der Entstehung einer Diabeteserkrankung und dem Konsum von Kohlenhydraten – hier: Haushaltszucker, Traubenzucker und Milchzucker – besteht, berichtet Diplom Oecotrophologin Marion Hönig von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen. Die Wissenschaftler der Women`s Health Study begleiteten und befragten 39.345 Frauen im Alter von 45 Jahren und darüber in einem Zeitraum von über sechs Jahren zu ihren Verzehrsgewohnheiten. Die Frauen beantworteten dazu einen Fragebogen, indem die Forscher nach der Häufigkeit des Zuckerkonsums, der Fettzufuhr und nach körperrelevanten Daten wie dem Body Mass Index recherchierten. Es zeigte sich, dass die Frauen, die mehr Zucker zu sich nahmen, nicht häufiger einen Diabetes mellitus Typ 2 entwickelten, als diejenigen Frauen, die weniger Zucker verzehrten. Interessanterweise aß diese Frauengruppe gleichzeitig mehr fett- und cholesterinreiche Lebensmittel, was wiederum eher eine diabeteserzeugende Wirkung hat. Hier sind vor allem die gesättigten Fettsäuren in Verdacht geraten - bei zu hoher Aufnahme - eine diabetesauslösende Wirkung auszuüben. In zahlreichen Studien sind die negativen Auswirkungen der gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren auf das Herzkreislaufsystem nachgewiesen (2,3). Zudem sind 98 Prozent aller Typ 2 Diabetiker übergewichtig, der Körperfettanteil liegt über der Norm und die Personengruppe vernachlässigt die aktive körperliche Bewegung von mindestens einer halben Stunde pro Tag. Die Wissenschaftler bewiesen, dass die Gesamtkalorienzufuhr der Diabetiker einfach zu hoch ist. Ein moderater Zuckerkonsum ist durchaus in einem gesunden Speiseplan integriert, ohne dass die Verbraucher auf lange Sicht einen Diabetes befürchten müssen. Vielmehr sind es übergewichtige Personen, die einen Diabetes mellitus Typ 2 entwickeln (4). Der beste Schutz vor Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 ist eine Verhaltensänderung, mehr Bewegung und eine abwechslungsreiche Ernährung.

Quelle:
(1) Janket et. al., a prospective study of sugar intake and risk of type 2 diabetes in women, division of preventive medicine, department of medicine, Brigham and Women`s hospital and Harvard medical school, Boston, Massachusetts, USA, Diabetes Care 2003; 26 (4): 1008-15.
(2) Cagiula AW & Mustad VA, Effect of dietary fat and fatty acids on coronary artery disease risk and total and lipoprotein cholesterol concentrations: epidemiological studies, Am J Clin Nutr 1997; 65: 1597-1610
(3) Frank et. al., trends in the incidence of coronary heart disease and changes in diet and lifestyle in women, the new England Journal of Medicine, August 24, 2000: 530-537
(4) Steyn et. al., diet, nutrition and the prevention of type 2 diabetes, chronic diseases of Lifestyle Unit, Medical Research Council, Tygerberg, South Africa, Public health Nutr. 2004; 7(1A): 147-65

Tipp zum Jahr der gesunden Ernährung 2004: Die Scholle ist der hierzulande am häufigsten angebotene Seefisch und ist reich an hochwertigem Eiweiß, enthält wenig Fett und reichlich Vitamin D, Vitamin B 12, Folsäure und Jod.



Internet : http://www.ernaehrungsmed.de

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