Luftdichte, perfekt gedämmte Häuser können ein guter Lebensraum für Hausstaubmilben sein. Der Grund: In solchen Gebäuden herrscht oft eine hohe Luftfeuchtigkeit, Schimmelpilze können sich einnisten – und die sind eine Delikatesse speziell für die Vorratsmilbe, warnt das Bürgerforum.


Doch der überwiegende Teil der Milben lebt im Hausstaub und ernährt sich von menschlichen Hautschuppen. Die Tiere benötigen hohe Luftfeuchtigkeit, um den eigenen Wasserverlust zu kompensieren. Die Milbe an sich ist für den Menschen unschädlich. Allergie auslösend ist jedoch ihr Kot. Gutes Lüften und trockene Raume könnten die Belastung zwar reduzieren, auszurotten sei die Milbe so aber nicht: Eine Untersuchung der Uni Paderborn habe ergeben, dass die Tiere auch bei nur 30 Prozent Luftfeuchtigkeit noch wochenlang überleben können.

Wer wissen will, ob die eigene Wohnung belastet ist, kann dies mit Milben-Schnelltests wie etwa Dräger, Acarex oder Allcontrol tun. Diese seien für den Laien leicht anwendbar, erklären die Experten.

Immerhin 60 Prozent der Milben leben in Betten. Hier fühlen sie sich wegen der Körperwärme und Ausdünstungen des Schläfers besonders wohl. Um der Plage Herr zu werden, seien dann zum Beispiel Encasings hilfreich. Das sind milbendichte Bettbezüge, wobei allerdings nur sehr gute Modelle die Allergene sperren und trotzdem so atmungsaktiv sind, dass man nicht das Gefühl hat, auf einer Plastikplane zu liegen, warnt das Bürgerforum.

Auch Hitze hilft gegen Milben. Bettwäsche, die mit 95 Grad gewaschen werde, sorge garantiert für Milbenfreiheit. Wenn die Wäsche diese Temperaturen nicht verträgt, müsse sie mindestens eine Stunde lang mit 60 Grad gereinigt werden. Diese Temperatur können einzelne Exemplare durchaus längere Zeit überleben, fanden die Paderborner Forscher heraus. Deshalb sei es ratsam, der Wäsche bestimmte Antimilben-Mittel beizugeben. Akarizide Substanzen wie Benzylbenzoat erhöhten die Milben tötende Wirkung. Um auch Teppichböden und Polstermöbel milbenfrei zu bekommen, seien Produkte mit Benzylbenzoat wie etwa Acarosan empfehlenswert. Diese Pulver binden zudem die allergieauslösenden Kotbällchen, die nach dem Trocknen mit den Milben aufgesaugt werden.

Wenig Erfolg versprechend dagegen seien Heißdampfreiniger. Die meisten Milben überleben einen kurzen Hitzeschock, durch die Feuchtigkeit werde sogar das Milbenklima verbessert. Ebenfalls nicht empfehlenswert seien natürliche Neemölprodukte, die in Laboruntersuchungen der Forscher keine nennenswerte Wirkung zeigten. Völlig wirkungslos waren zudem elektronische Ultraschall-Milbenvertreiber.

Quelle: Immowelt, 16.10.2003

01.10.: Tee macht Knochen dicht! / 16.10.: Unterschiedliche Allergenität

4. Abkürzungen3. Literatur2. Impressum1. Disclaimer