Aktuelles aus der Ernährungsmedizin

Grundstein der Krebsprävention: reichlich Gemüse und Obst in der Kindheit
Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin: Gesunde Ernährung ist Erziehungssache!
diaita - Aachen, den 16.09.03: Hoher Obstkonsum in der Kindheit ist ein Schutzfaktor vor Krebs im Erwachsenenalter, fasst Daniela Rösler, Diplom Oecotrophologin bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen die Ergebnisse einer aktuell publizierten Langzeit-Studie (2) zusammen. Gesellschaftssprecher Sven-David Müller empfiehlt denjenigen, die nicht ausreichend Gemüse und Obst konsumieren, eine Nahrungsergänzung mit Gemüse- und Obstkonzentraten.
In den Jahren 1937 bis 1939 erhoben die Forscher Daten zu Obst- und Gemüseverzehr von 3878 Studienteilnehmern. In den folgenden 60 Jahren trat in 483 Fällen eine Krebserkrankung auf. Die Auswertung der Daten führte bei den englischen Forschern zu der Schlussfolgerung, dass der Obstverzehr in der Kindheit ein protektiver Faktor gegen Krebs mit Langzeitwirkung sein könnte.
Rechnerisch ließen sich durch reichlichen Gemüse- und Obstverzehr pro Jahr 98.000 Krebsfälle vermeiden (1). Gemüse und Obst liefern bei geringer Kaloriendichte jede Menge Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und sättigende Ballaststoffe. Die Empfehlung, ein Kilogramm Gemüse und Obst pro Tag zu verzehren, ist bei der ständig wachsenden Sortenvielfalt keine Schwierigkeit, Gemüse- und Obstsäfte gehören ebenfalls in diese Bilanz. Doch es gibt auch Menschen, die trotz Kenntnis der gesundheitsförderlichen Eigenschaften von Gemüse und Obst diese Empfehlungen im Alltag nicht umsetzen können. In diesen Fällen ist der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll, um den Körper trotzdem mit allen lebensnotwendigen Stoffen zu versorgen. Geeignet sind beispielsweise Gemüse- und Obstkonzentrate, die neben Vitaminen und Mineralstoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Von vielen sekundären Pflanzenstoffen ist inzwischen bekannt, dass sie krebsschützendes Potenzial haben.
Gesunde Ernährung ist Erziehungssache, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Da Kinder sich am Verhalten ihrer Eltern orientieren, sollten diese ihrer Vorbildfunktion auch im Bereich Ernährung mehr Beachtung schenken. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die jedoch immer weiter in Vergessenheit gerät. Eindeutiger Hinweis darauf sind stetig wachsende Zahlen übergewichtiger Kinder und Fälle von Altersdiabetes bei Jugendlichen. Von der schnelllebigen Zeit verdrängte Tugenden wie regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten der ganzen Familie sollten eine Renaissance erleben, um die Gesundheit der Kinder langfristig zu schützen, fordert Rösler daher abschließend.

Quelle:
(1) Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Potsdam-Rehbrücke: Krebsprävention durch Ernährung, 1999
(2) Maynard M, et al.: Fruit, vegetables, and antioxidants in childhood and risk of adult cancer: the Boyd Orr cohort. Journal of epidemiology and community health 2003; 57 (3): 218-25
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