Wein erhöht die Homocysteinkonzentration im Blut

diaita - Aachen, den 27.04.04: Die renommierte Fachzeitschrift „American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlichte Studienergebnisse (1), denen zufolge Weinkonsum die Homocysteinkonzentration erhöht, und Bier dagegen keinen beziehungsweise einen inversen Effekt aufwies, berichtet heute Diplom Ernährungswissenschaftlerin Susanne Sonntag von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen. Die Homocysteinkonzentration ist ein allgemein anerkannter Indikator für das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erklärt Gesellschaftssprecher Sven-David Müller. Im Rahmen der „French supplementation with antioxidant vitamins and minerals study“ untersuchten Wissenschaftler die Beziehung zwischen der Homocysteinkonzentration und dem Konsum von verschiedenen alkoholischen Getränken innerhalb der französischen Bevölkerung, die sich durch einen häufigen Weinkonsum auszeichnet. 1.196 weibliche und männliche Probanden füllten insgesamt sechs 24-Stunden-Ernährungsprotokolle während eines Jahres aus, an dessen Ende die Homocysteinkonzentration im Plasma der Probanden gemessen wurde. Bei Frauen korrelierte der Konsum von Wein positiv mit der Homocysteinkonzentration, bei Männern dagegen mit dem Konsum von Bier. Diese positive Assoziation bei Männern wurde weiter untersucht durch Einteilung der Männer in Weintrinker und Nicht-Weintrinker. Daraufhin stellten die Wissenschaftler fest, dass nur bei den Weintrinkern die positive Assoziation zwischen Bierkonsum und Homocystein auftrat. Bei den Nicht-Weintrinkern schien die Beziehung sogar invers zu sein. Mit diesen Ergebnissen konnte gezeigt werden, dass die Korrelation zwischen Alkoholkonsum und Homocystein von der Art des konsumierten alkoholischen Getränks abhängig ist. Ein moderater Bierkonsum scheint dabei keinen beziehungsweise einen inversen Effekt auf das Homocystein zu haben. Dies könnte auf die Gehalte an Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 in Bier zurückzuführen sein. Die Ergebnisse sind aber keine Aufforderung zum hemmungslosen Biergenuss. Alkoholische Getränke sollten grundsätzlich nur in moderaten Mengen getrunken werden, rät Sonntag.
Eine unzureichende Folsäurezufuhr kann zu einem erhöhten Homocysteinspiegel beitragen. Eine sinnvolle Ergänzung der Folsäurezufuhr über Lebensmittel stellen Nahrungsergänzungsmittel mit einer Depotwirkung dar. Sie enthalten pro Dragee 600 µg Folsäure plus Vitamin B6 und B12 und versorgen den Körper über Stunden bedarfsgerecht mit Folsäure, so Sonntag abschließend.

Quelle:
(1) Mennen LI et al.: Relation between homocysteine concentrations and the consumption
of different types of alcoholic beverages : the french supplementation with
antioxidant vitamins and minerals study. Am J Clin Nutr 2003; 78: 334-338

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
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Sven-David Müller, Sprecher
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